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Steuerrecht
Schulden Erben - Erbe Ausschlagen - Beratung beim Rechtsanwalt
19
Aug

Wann ist es sinnvoll das Erbe auszuschlagen? | Update 2021

Was ist zu tun, wenn Sie Schulden erben? Wie viel kostet es das Erbe auszuschlagen und was für eine Frist gibt es?
Foto von Pavel Danilyuk von Pexels

Schulden erben? – Erbe ausschlagen bei Schulden

In der Pandemie freut sich der Handel mStellen Sie sich vor, Sie erben das Vermögen eines Angehörigen. Aber leider nicht nur seine Geldanlagen, sondern auch seine Schulden. Welche Möglichkeiten haben Sie, um das Erbe auszuschlagen?

Wann ist es ratsam das Erbe auszuschlagen?

Sollte min. einer der nachfolgenden Punkte auf Sie zutreffen, ist es ratsam, das Erbe auszuschlagen:

Nachlass überschuldet:

Bevor Sie erben, sollten Sie sich den Nachlass des Erblassers anschauen. Wenn sich dort abzeichnet, dass der Erblasser mehr Negatives als Positives hinterlässt, ist es empfehlenswert, das Erbe auszuschlagen.

Sanierungsbedürftige Immobilie:

Bei alten Häusern, die vererbt werden, ist oftmals eine Sanierung fällig. Diese kann leicht den Wert des gesamten Hauses übersteigen. Wenn die vererbte Immobilie den finanziellen Rahmen überschreitet, sollte das Erbe ausgeschlagen werden.

Erbe ist verschuldet:

Wenn Sie als Erbe verschuldet sind, ist es ratsam, das Erbe auszuschlagen, da der Nachlass dem Gläubiger zukommt. Wird das Erbe ausgeschlagen, bekommt der Nächste in der Erbreihenfolge den Nachlass und nicht der Gläubiger. Das Erbe kann aber natürlich auch einen Neustart für Sie bedeuten, wenn das Erbe größer ist als Ihre Schulden.

Erbe ist in der Privatinsolvenz:

Sind Sie als Erbe in der Privatinsolvenz, fällt eine Erbschaft in der Wohlverhaltensperiode zur Hälfte an den Insolvenzverwalter. Auch hier wäre es empfehlenswert, das Erbe auszuschlagen.

Wie lange dauert die Frist und welche Kosten fallen an?

Um zu entscheiden, ob Sie das Erbe ausschlagen sollen, bleibt Ihnen eine Frist von sechs Wochen. Bis dahin muss eine Erklärung beim zuständigen Nachlassgericht vorliegen. Passiert dies nicht, gilt das Erbe als angenommen.

Ein Erbe auszuschlagen ist relativ günstig. Die Gebühren für das Ausschlagen beim Nachlassgericht beträgt pauschal 30 Euro. Teurer wird es nur, wenn Sie ein für Sie positives Erbe ausschlagen sollten. Dann berechnen sich die Gebühren am Nachlasswert.

Kann man ein angenommenes Erbe nachträglich ausschlagen?

Grundsätzlich kann ein Erbe nicht nachträglich ausschlagen werden. Jedoch gibt es gewisse Ausnahmen. In manchen Fällen kommen nach Annahme der Erbschaft Tatsachen zum Vorschein, die eine Ablehnung rechtfertigen, z. B. wenn Sie von keinem hohen Kredit des Erblassers wussten.

Eine andere Möglichkeit wäre die Anfechtung der Sechs-Wochen-Frist, weil Sie diese entweder nicht kannten oder von einer längeren Frist ausgegangen sind. Hierbei wird in den meisten Fällen ein Anwalt benötigt, um wirksam vor dem Nachlassgericht anzufechten.

Suchen Sie einen Anwalt um Ihr Erbe auszuschlagen?

Sie möchten Ihr Erbe ausschlagen oder haben die Sechs-Wochen-Frist verstreichen lassen und möchten Ihre Möglichkeiten, wie Sie dagegen vorgehen können, aufgezeigt bekommen, so steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Hermann Kaufmann für die Beratung zur Seite und kann Ihnen den Rechtsweg eröffnen.


Wann ist es ratsam das Erbe auszuschlagen?

In den folgenden vier Fällen ist es sinnvoll das Erbe auszuschlagen:
– Nachlass überschuldet
– Sanierungsbedürftige Immobilie
– Erbe ist verschuldet
– Erbe ist in der Privatinsolvenz

Wie lange dauert die Frist und welche Kosten fallen an?

Die Frist beträgt sechs Wochen und die Kosten belaufen sich dabei auf 30 Euro. Es sei denn, man schlägt ein positives Erbe aus. Dann richten sich die Kosten nach dem Nachlasswert.

Kann ich ein angenommenes Erbe nachträglich ausschlagen?

Grundsätzlich kann man ein Erbe nicht nachträglich ausschlagen. Jedoch gibt es gewisse Ausnahmen. In manchen Fällen kommen nach Annahme der Erbschaft Tatsachen zum Vorschein, die eine Ablehnung rechtfertigen, wie z. B. wenn Sie von keinem hohen Kredit des Erblassers wussten.

Eine andere Möglichkeit wäre die Anfechtung der Sechs-Wochen-Frist, weil Sie diese entweder nicht kannten oder von einer längeren Frist ausgegangen sind. Hierbei wird in den meisten Fällen ein Anwalt benötigt, um wirksam vor dem Nachlassgericht anzufechten.

Quellen

https://www.finanztip.de/erbausschlagung/

https://www.test.de/Erbschaft-ausschlagen-Was-tun-wenn-das-Erbe-Schulden-bringt-5308924-0/

Kapitalertagssteuer auf Kryptowährungen - Was muss versteuert werden?
08
Jul

Steuern zahlen für Handel mit Kryptowährungen | Update 2021

Kapitalertagssteuer auf Kryptowährungen - Was muss versteuert werden?
Foto von Anna Nekrashevich von Pexels

Sind für den Handel mit Kryptowährung Steuern zu entrichten?

In der Pandemie freut sich der Handel mit Kryptowährungen großer Beliebtheit. Hierbei stellt sich die Frage, ob Gewinne, die durch den Handel generiert werden, zu versteuern sind und wie dies gegebenenfalls zu erfolgen hat.

Wie ist der Handel mit Kryptowährung steuerlich zu bewerten?

Der Handel mit Kryptowährungen wie zum Beispiel Bitcoin wird im steuerlichen Sinne nicht wie der Aktienhandel gehandhabt. Sie unterliegen somit nicht der Kapitalertragsteuer. In der Steuererklärung werden die Gewinne vielmehr wie private Veräußerungsgeschäfte, unter anderem der Verkauf von Kunstwerken oder Immobilien, behandelt.

Was ist bei dem Handel mit Kryptowährung zu versteuern?

Grundsätzlich sind alle Gewinne, die durch den Handel erzielt werden, zu versteuern. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen Gewinne, die durch den Tausch von Kryptowährung mit den Fiatwährungen, wie den Euro oder dem Dollar erzielt werden. Gleiches gilt aber auch für Gewinne durch den Tausch einer Kryptowährung mit einer anderen Kryptowährung, wenn also z. B. Bitcoin gegen Ethereum getauscht wird.

Wie ist der Gewinn aus dem Handel mit Kryptowährung in der Steuererklärung zu berechnen?

Nachdem festgestellt wurde, dass Steuern für den Handel mit Kryptowährungen zu zahlen sind, ist danach zu fragen, wie dies zu geschehen hat. Hierbei sind zwei Kriterien wesentlich. Zunächst besteht ein Freibetrag in Höhe von 600€/Jahr. Wird dieser nicht überschritten, müssen keine Steuern gezahlt werden. Andernfalls, bereits mit einem Gewinn von 601€, ist dieser zu versteuern. Ferner ist die Dauer des Haltens ausschlaggebend für die Besteuerung. Kompliziert wird die Berechnung bei häufigem Kaufen und verkaufen der Kryptowährungen, da in diesem Fall die genaue Haltedauer der einzelnen Stücke schwieriger zu ermitteln ist. Zur Berechnung können verschiedene Methoden angewandt werden. Am Beispiel eines Bitcoins werden nach der sog. FIFO-Methode zuerst diejenigen Bitcoins verkauft, die auch zuerst angeschafft wurden. Die Haltedauer bestimmt sich somit am Bitcoin, welcher als erstes erworben wurde. Eine andere, die LIFO-Methode, geht davon aus, dass der zuletzt angeschaffte Bitcoin, zuerst verkauft wird. Diese beiden Methoden, können je nach Vorzug angewandt werden. Jedoch verpflichten Sie den Erklärenden für die Zukunft.

Haben Sie den Freibetrag zur Kryprowährung Steuer überschritten?

Für den Fall, dass Sie den Freibetrag von 600 € überschritten haben und Ihren Gewinn versteuern müssen, steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Kaufmann beratend zur Seite. Sie können uns in unserer Kanzlei unter der Nummer 04202 / 6 38 37 0 erreichen oder schreiben Sie uns gerne eine Nachricht.


Müssen Steuern für den Handel mit Kryptowährung entrichtet werden?


Kryptowährung wie u. a. Bitcoin werden nicht wie Aktien behandelt. Sie unterliegen damit nicht der Kapitalertragsteuer. Es werden die Regeln angewendet, welche für private Veräußerungsgeschäfte gelten.

Was genau ist bei dem Handel mit Kryptowährung zu versteuern?

Zu versteuern sind Gewinne, die durch den Tausch von Kryptowährung mit anderen Kryptowährungen und mit der Fiatwährung erzielt werden.

Welche Kriterien gelten für die Besteuerung von Kryptowährung?

Für die Besteuerung gelten zwei Kriterien. Zum einen kommt es darauf an, ob der Freibetrag in Höhe von 600€ pro Jahr erreicht wurde. Zum anderen ist die Haltedauer der Kryptowährung ausschlaggebend.

Quellen

https://www.coin.ink/fifo-lifo-bitcoin

https://taxfix.de/steuertipps/bitcoin-und-steuer/

Anwalt-Corona-Überbrüclungshilfe-für-Unternehmen-und-Selbstständige
22
Mrz

Übersicht aller Überbrückungshilfen für Unternehmen und Selbstständige

Anwalt bei Corona Überbrückungshilfe für Unternehmen und Selbstständige
Foto von Mikhail Nilov von Pexels

Überbrückungshilfe Corona-Krise

In diesem Beitrag befassen wir uns mit den Überbrückungshilfen für Unternehmen und Selbstständige während der COVID-19-Pandemie.

Was ist die Überbrückungshilfe?

Die Überbrückungshilfe während der COVID-19-Pandemie ist ein Programm vom Bund, welches Unternehmen und Selbstständigen ermöglicht, Ihre Fixkosten bei coronabedingten Umsatzausfällen zurückerstattet zu bekommen. Dabei gibt es verschiedene Arten von Überbrückungshilfen

Was für Überbrückungshilfen gibt es?

Zur Zeit unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Überbrückungshilfen. Nachfolgend werden diese einmal kurz für Sie erklärt.

Neustarthilfe

Die Neustarthilfe bietet Unterstützung für Soloselbstständige bei denen die wirtschaftliche Tätigkeit vom 01. Januar bis zum 30. Juni 2021 coronabedingt eingeschränkt ist. Die Soloselbstständigen haben jedoch nur geringe betriebliche Fixkosten, weshalb sie nicht von der Überbrückungshilfe III (siehe unten) umfasst werden. Bei der Neustarthilfe können Sie einmalig einen Betrag von bis zu 7500 Euro beantragen. Dieser Wert ermittelt sich aus einem sechsmonatigen Referenzumsatz, auf Basis von 2019. Liegen dabei Umsatzeinbußen von bis zu 60 % vor, kann der volle Betrag eingefordert werden.

Die Antragsfrist endet am 31. August 2021.

Überbrückungshilfe III

Bei der Überbrückungshilfe III werden Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler aller Branchen mit einem Jahresumsatz von bis zu 750 Millionen Euro unterstützt. Sie erhalten Fixkostenzuschüsse, wenn sie mindestens 30 % Umsatzeinbußen zwischen November 2020 und Juni 2021 zu verzeichnen haben. Dabei werden je nach Höhe des Umsatzeinbruches Fixkosten von bis zu 1,5 Millionen Euro erstattet.

Die Antragsfrist endet am 31. August 2021.

Novemberhilfe und Dezemberhilfe

Die November- und Dezemberhilfe, auch außerordentliche Wirtschaftshilfe genannt, unterstützt Unternehmen, Selbstständige und Vereine, die durch die COVID-19-Pandemie seit dem 02. November 2020 schließen mussten. Dabei erhalten diese eine einmalige Unterstützung von bis zu 75 % des jeweiligen Umsatzes im November bzw. Dezember 2019. Unternehmen, die bundesweit erst ab Mitte Dezember 2020 schließen mussten (u. a. Friseursalons, Einzelhandel) sind nicht antragsberechtigt.

Die Antragsfrist für Erstanträge endet am 30. April 2021. Änderungsanträge können bis zum 30. Juni 2021 gestellt werden.

Überbrückungshilfe II

Schließlich gibt es noch die Überbrückungshilfe II. Diese unterstützt kleine und mittlere Unternehmen, Soloselbstständige, Freiberufler, gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die von April bis August 2020 und von September bis Dezember 2020 Corona-bedingte Umsatzeinbußen hatten. Dabei werden maximal 500.000 Euro pro Monat erstattet.

Die Antragsfrist der Erstanträge endet am 31. März 2021. Änderungsanträge können bis zum 31. Mai 2021 gestellt werden.

Wie kann man die Überbrückungshilfe beantragen?

Die Beantragung läuft über eine dritte Person. Dabei kommen bisher Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie über vereidigte Buchprüfer in Frage. Seit dem 30.09.2020 dürfen aber auch Anwälte für Ihre Mandanten Überbrückungshilfen beantragen.

Soloselbstständige können über diese Webseite: Direktantrag Überbrückungshilfe auch selbständig einen Antrag stellen.

Suchen Sie einen Anwalt für einen Überbrückungshilfe-Antrag?

Sie brauchen Hilfe bei Ihrem Überbrückungshilfe-Antrag oder möchten Ihre Möglichkeiten, wie Sie gegen eine ungerechte Behandlung vorgehen können, aufgezeigt bekommen, so steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Hermann Kaufmann für die Beratung zur Seite und kann Ihnen den Rechtsweg eröffnen.


Was ist eine Überbrückungshilfe?

Während der COVID-19-Pandemie hat der Bund ein Programm ins Leben gerufen, welches Unternehmen und Selbstständigen ermöglicht, Ihre Fixkosten bei Corona-bedingten Umsatzausfällen zurückerstattet zu bekommen.

Wie viele Überbrückungshilfen gibt es momentan?

Zur Zeit unterscheidet man zwischen 4 verschiedenen Überbrückungshilfen, Welche aufsteigend nummeriert sind.

Wie kann man eine Überbrückungshilfe beantragen?

Unternehmen können die Überbrückungshilfe durch Dritte beantragen. Dabei kann der Antrag von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Rechtsanwälten sowie über vereidigte Buchprüfer gestellt werden.

Soloselbstständige können Ihren Antrag selbst über diese Webseite beantragen:

Hier Antrag Stellen

Quellen

https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Home/home.html

https://www.stmwi.bayern.de/ueberbrueckungshilfe/

https://www.iww.de/rvgprof/praxisfaelle/coronakrise-anwaelte-koennen-fuer-mandanten-ueberbrueckungshilfen-bis-zum-30920-beantragen-n132083

Steuerrecht-Rechtsanwalt-Kaufmann-Stade
23
Feb

Besteuerung von Bitcoins, Kryptowährungen und Initial Coin Offerings (ICOs)

Die Kryptowährungen und ihr bekanntester Vertreter – der Bitcoin – sind derzeit in aller Munde. Grade die Finanzaufsichts-, Steuer-, und Zollbehörden befassen sich stark mit diesem neuen Markt, um Straftaten zu verhindern. Bei Kryptowährungen handelt sich um Zahlungsmittel, welche auf der Blockchain-Technologie und der dezentralen Speicherung und Verwaltung basieren.

 

Wer Aktien und Finanzinstrumente über eine Bank in Deutschland mit Gewinn verkauft, ist durch das automatische Abziehen der Abgeltungssteuer durch die Bank selbst schnell mit der Finanzbehörde auf einem Nenner. Anders ist das hingegen bei der steuerlichen Beurteilung von Kryptowährungen, Initial Coin Offerings (ICO) und Smart Contracts, welche unterschiedlicher und schwieriger für den Verbraucher nicht sein könnte.

 

Es besteht bei Geschäften mit Kryptowährungen für Sie schnell der Weg in die Illegalität. So kann der Handel zu Probleme mit Finanzämtern oder anderen Behörden führen, da Sie – anders als bei Aktien – selbst dafür verantwortlich sind erzielte Gewinne zu versteuern. Dadurch kann der Verkauf von Kryptowährungen schnell zur Steuerhinterziehung oder -verkürzung führen oder in anderen Straftaten enden. Daneben kommt es oft vor, dass durch Auszahlungen auf ihr eigenes Konto oder beim Verschieben auf ein anderes Konto gegen das Geldwäschegesetz verstoßen wird, woraufhin die Financial Intelligence Unit des Zolls tätig wird. Vorbeugende Maßnahmen ihrerseits sind hier essentiell, um nachteilige Konsequenzen abzuwenden.

 

Die Besteuerung von Kryptowährung für Privatpersonen

Innerhalb der Besteuerung der Geschäfte von Privatpersonen unterscheidet man zwischen zwei Fällen, durch welche Umsätze mit Kryptowährungen erzielt werden können.

 

  • Das Erzielen von Gewinnen oder Umsätzen durch den Umtausch von Kryptowährungen in konventionelle Währungen (der klassischer Verkauf).
  • Die Verwendung von Kryptowährungen als Entgelt für den Kauf oder Verkauf von Dienstleistungen oder Waren.

 

Diese beide Fälle sind typischerweise als private Veräußerungsgeschäfte zu verstehen und unterliegen daher nicht der Umsatzsteuer, sondern der Einkommenssteuer. Daraus resultiert, dass Umsätze und Gewinne bei Einhaltung der Haltefrist oder bei Unterschreitung der Freigrenze steuerfrei sind.

 

Problematisch ist, dass nicht alle vom Anleger verkauften Coins der Kryptowährungen zuvor der Haltefrist entsprechend gehalten wurden oder der Wert der gehandelten Coins den Freibetrag überschreitet. Eine Rechtsberatung hinsichtlich der rechtlichen Bedeutung der Haltefristen und Freibeträge ist von großer Bedeutung.

 

Die Besteuerung von Bitcoins für Unternehmen

Mangels der Möglichkeit von privaten Veräußerungsgeschäften sind Umsätze, die durch Bitcoins, von Unternehmen erzielt werden, voll steuerpflichtig. Es besteht weder eine Mindesthaltedauer, noch ein Freibetrag. Die erzielten Gewinne sind je nach Unternehmensform nach der Gewerbesteuer und entweder der Einkommens- oder Körperschaftssteuer zu besteuern. Problematisch ist bei der Besteuerung von Unternehmen, in wie weit die Geschäfte auch der Umsatzsteuer unterliegen. Eine Beratung hinsichtlich der steuerrechtlichen Bedeutung der Umsätze im Rahmen der Umsatzsteuer ist unerlässlich, da es andernfalls zu einer Steuerverkürzung oder Steuerhinterziehung führen kann, wenn keine Steuern abgeführt werden.

 

Initial Coin Offerings, Smart Contracts und Coin “Mining”

Problematisch in der steuerlich-rechtlichen Beurteilung sind neben dem einfachen Verkauf auch das Mining von Coins, ICOs und ggf. in Coins enthaltenen Smart Contracts.

 

Das Mining der Coins kann in steuerlicher Hinsicht problematisch sein, da zur Ermittlung der zu zahlenden Steuern der Anschaffungspreis herangezogen wird. Dieses kann, aufgrund des schwankenden Wertes zu unterschiedlichen Zeiten, selbst schon zu Problemen führen. Beim Mining kann der Wert der Coins nicht am Kurs bemessen werden, da die Coins nicht direkt gekauft werden, sondern über gekaufte Rechenleistung errechnet werden. Daher erfordert der Verkauf von Coins aus dem Mining eine Entscheidung im Einzelfall.

 

Das ICO stellt das Krypto-Äquivalent zum Börsengang dar und ist derzeit bei Start-Ups sehr beliebt. Bei einem ICO werden, im Vergleich zum Börsengang, statt klassischen Unternehmensanteilen Coins ausgegeben, welche Kryptowährungen, Unternehmensanteile oder andere Strukturen wiederspiegeln. Dieses birgt viele steuerliche und rechtliche Fragen und Hindernisse für Investoren und Unternehmen, die ein ICO anstreben. So ist problematisch wie und in wie weit der erzielten Erlös des Unternehmens durch das ICO versteuert werden muss. Auch fraglich ist, ob und wie die Rendite der Anleger steuerpflichtig ist. In beiden Fällen ist dieses eine Einzelfallentscheidung, weshalb sie sich vor der Durchführung eines ICOs bzw. vor dem Kauf von derartigen Coins unbedingt rechtlich beraten lassen sollten.

 

Ein weiteres problematisches Feld sind auch Smart Contracts, welche unter anderem in einen Coin einer Kryptowährung oder eines ICOs integriert sein können. Diese Smart Contracts würden zum Beispiel automatisch gewisse Geldsummen in Coins oder konventioneller Währung als Rendite für die Investoren ausschütten oder andere Folgen herbeiführen. Hier ist neben der rechtliche Wertung der Smart Contracts, auch die Versteuerung der dadurch erzielten Erlöse schwierig für den Besitzer der Smart Contracts einzuschätzen. Auch hier hängt die rechtliche und steuerrechtliche Wertung unabdingbar vom Einzelfall der Ausgestaltung ab, was eine Individuelle rechtliche Einschätzung hervorruft.

Vor dem Hintergrund der bleibenden rechtlichen und steuerlichen Fragen und Unsicherheiten bei Investition in Kryptowährungen und blockchainbasierten Technologien ist eine frühzeitige und fachkundige Rechtsberatung unerlässlich. Grade bei großen Summen kann ein Fehlverhalten schnell in steuerrechtlichen und strafrechtliche Konsequenzen enden, wodurch eine rechtliche Beratung unumgänglich ist. Nur durch sie können potentiell schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen abgewehrt und vorbeugend behandelt werden.

 

Wenn Sie Fragen zu der steuerrechtlichen Beurteilung der Gewinne im Kryptowährungshandel haben oder sich gegen das Finanzamt und die Besteuerung wehren wollen, so kann Ihnen Herr Rechtsanwalt Kaufmann den Rechtsweg ebnen und dahingehend beraten. Sie können Ihn direkt unter der Nummer 0421/5975330 kontaktieren.

Steuerrecht-Rechtsanwalt-Kaufmann-Stade
15
Jan

Haben Sie ihre Rechnungen nummeriert? Ausnahmen von der Hinzuschätzung von Umsatz durch das Finanzamt

 

Sie sind Unternehmer und hoffen, die Rechnungen Ihres Betriebes korrekt angelegt zu haben. Haben Sie ein fortlaufendes Nummernsystem eingeführt oder setzen sich Ihre Rechnungsnummern bei jeder Rechnung anders zusammen?

 

Das Finanzgericht Köln entschied, dass es keine gesetzlich normierte Pflicht gäbe, die ausschließlich ein System vorschreibe, in welchem fortlaufende Nummern zu verwenden seien. Auch die Rechtsprechung sehe keine entsprechende Verpflichtung zu der Verwendung eines einzigen spezifischen Systems.

 

Allerdings, so das Gericht im Einklang mit der bisherigen Rechtsprechung, müssen innerhalb des jeweils verwendeten Systems und der erstellten Rechnungen die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung beachtet und die erstellten Rechnungen vollständig, geordnet und lückenfrei den Finanzbehörden zur Verfügung gestellt werden. Ergäben sich innerhalb des verwendeten Systems Unklarheiten und Unvollständigkeiten, also würde der sich fortsetzende Zusammenhang der Rechnungen für den prüfenden Außenstehenden fehlen, so ergäbe sich eine Berechtigung der Finanzbehörden, die Lücken durch Hinzuschätzungen zu schließen.

 

Das Resultat des Kölner Urteiles ist daher, dass der Unternehmer nicht an ein bestimmtes Rechnungssystem mit fortlaufender Nummerierung gebunden ist. Dass aber innerhalb des von ihm verwendeten Systems eine nachvollziehbare Reihenfolge und Ordnung herrschen müsse, die es dem Prüfer erlaubt, zu erkennen, welche Rechnung auf welche folgt und ob Rechnungen fehlen oder Lücken vorhanden sind. Sind solche Lücken vorhanden, so ist das Finanzamt berechtigt, für diese Steuerschätzungen vorzunehmen.

 

Also, prüfen Sie ihr System auf Fortsetzungsfähigkeit und unterwerfen Sie die Rechnungsführung einem auch für Außenstehende nachvollziehbaren Ordnungssystem, bevor ein böses Erwachen durch die prüfenden Finanzbehörden erfolgt.

 

siehe Finanzgericht Köln, Urteil vom 07.12.2017, Az. 15 K 1122/16; BFH, Beschuss vom 07.02.2017, Az. X B 79/16, BFH/NV 2017, 774; FG Hamburg, Beschluss vom 01.08.2016, Az. 2 V 115/16

Steuerrecht-Rechtsanwalt-Kaufmann-Stade
02
Jan

Chance für Unternehmer: Steuerschätzungen

Bei Einnahme- Überschuss-Rechnungen müssen keine lückenlos fortlaufenden Rechnungsnummern vergeben werden.

Ein Unternehmer verwendete keine lückenlos fortlaufenden Rechnungsnummern. Jede seiner Buchungsnummern wurde aber nur einmalig vergeben. Diese bauten jedoch nicht nummerisch aufeinander auf. Das Finanzamt war der Auffassung, dass hierin ein schwerwiegender Mangel der Buchführung vorlag. Es hat deshalb eine Gewinnerhöhung unterstellt und eine Steuerschätzung vorgenommen.

Das Finanzgericht Köln folgte dem nicht. Es sah keine entsprechende Verpflichtung zu der Verwendung eines einzigen spezifischen Systems, nämlich keine gesetzliche Pflicht zur Vergabe einer Rechnungsnummer nach einem bestimmten lückenlosen nummerischen System. Diese Chance können Unternehmer nutzen, indem sie mit unserer Hilfe gegen den Steuerbescheid vorgehen. Einzige Bedingung: Der Steuerbescheid darf nicht älter als vier Wochen sein.

Haben Sie einen auf Schätzungen basierenden und damit fehlerhaften Bescheid erhalten, helfen wir Ihnen gern, diesen zu korrigieren.

Nehmen Sie noch heute Kontakt zu uns auf.

 

 

28
Jul

Keine Grunderwerbsteuer auf Markisen und Einbauküche

Das Finanzgericht Köln hat entschieden, dass für gebrauchte bewegliche Gegenstände, die mit einer Immobilie verkauft werden, keine Grunderwerbssteuer fällig wird. Weitere Voraussetzung ist, dass für diese Gegenstände keine unrealistischen Kaufpreise bestehen dürfen.

Der Fall war dergestalt, dass die Kläger ein Einfamilienhaus für € 292.000,00 erworben hatten. Im notariellen Kaufvertrag war vereinbart, dass von dem Kaufpreis € 9.000,00 auf die Markisen und die mitverkaufte Einbauküche entfielen. Das Finanzamt erhob auch aufdiesen Teilbetrag von € 9.000,00 Grunderwerbsteuer, weil es den für die gebrauchten Gegenstände (Markisen und Einbauküche) vereinbarten Preis für zu hoch hielt. Den Klägern, so das Finanzamt, sei es nur darum gegangen, die Grunderwerbsteuer zu sparen.

Dieses sah das Finanzgericht Köln anders.

Nach Auffassung des Finanzgerichts sind die in einem Kaufvertrag gesondert vereinbarten Kaufpreise grundsätzlich der Besteuerung zugrunde zu legen. Etwas anderes würde nur gelten, wenn deutliche Zweifel an der Angemessenheit der Preise bestehen würden. Dann müsse jedoch das Finanzamt nachweisen, dass für diese beweglichen Gegenstände im Kaufvertrag keine realistischen Verkaufswerte angesetzt worden seien. Zur Ermittlung des Werts für diese gebrauchten Gegenstände könne das Finanzamt nicht die amtlichen Abschreibungstabellen zugrunde legen. Genauso wenig könne es die auf Verkaufsplattformen für gebrauchte und ausgebaute Gegenstände geforderten Preise als Vergleichsmaßstab ansetzen.

Die Entscheidung ist rechtskräftig.
Quelle: Finanzgericht Köln vom 08.11.2017 (AZ: 5 K 2938/16)

28
Jul

Kosten für Abschiedsfeier absetzbar

allgemein

Aufwendungen für eine Abschiedsfeier, die ein Mitarbeiter anlässlich eines Arbeitgeberwechsels veranstaltet, sind steuerlich als Werbungskosten abzugsfähig. Ein wesentliches Indiz für die berufliche Veranlassung der Feier war der Arbeitgeberwechsel.

Ein leitender Angestellter eines Unternehmens wechselte seinen Arbeitgeber. Anlässlich seines Arbeitsplatzwechsels lud er Kollegen, Kunden, Lieferanten, Verbands- und Behördenvertreter zu einem Abendessen in ein Restaurant ein. Die Einladung stimmte er mit seinem bisherigen Arbeitgeber ab. Das Restaurant stellte für die Ausrichtung der Abschiedsfeier mit etwa 100 Personen rund 5.000,00 Euro in Rechnung. Diese machte der Kläger in seiner Einkommenssteuerklärung als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend. Das Finanzamt lehnte mit der Begründung ab, dass es sich um eine private Feier gehandelt hätte. Dieses sah das Finanzgericht Münster anders. Denn die Aufwendungen für die Abschiedsfeier seien durch die berufliche Tätigkeit des Klägers veranlasst gewesen. Der Anlass der Feier, der Arbeitgeberwechsel, sei rein beruflicher Natur gewesen. Die Gäste hätten aus dem beruflichen Umfeld gestammt. Private Freunde oder Angehörige habe er nicht eingeladen.

 

Finanzgericht Münster vom 29.05.2015, AZ: 4 K 3236/12 E

02
Jun

Bundestag beschließt Bilanzmodernisierungsgesetz

gesellschaftsrecht

Der Deutsche Bundestag hat am 26.03.2009 das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechtes verabschiedet. Im Kern soll das HGB-Bilanzrecht bestehen bleiben. Weiterhin soll das Gesetz den Wettbewerb mit internationalen Rechnungslegungsstandarts (International Financial Reporting Standards (IFRS) ) stärken. Der handelsrechtliche Jahresabschluss bleibt jedoch die Grundlage der Gewinnausschüttung und der steuerlichen Gewinnermittlung. Das Gesetz soll kleinere Unternehmen entlasten. Hierzu werden die Größenklassen, die darüber entscheiden, welche Informationspflichten ein Unternehmen treffen, angehoben. Einzelkaufleute mit weniger als 500.000,00 € Umsatz und 50.000,00 € Gewinn pro Geschäftsjahr werden von der Pflicht zur Buchführung, Inventur und Bilanzierung befreit. Damit wird für viele Firmen der Aufwand bei der Rechnungslegung verringert. Patente, Know How, d. h. so genannte immaterielle selbst geschaffene Vermögensgegenstände des Anlagevermögens können in der HGB-Bilanz angesetzt werden. Hierdurch wird es Unternehmen ermöglicht, ihr Eigenkapital auszubauen, um sich z. B. am Markt weiteres Kapital zu beschaffen. Die neuen Bilanzierungsregelungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre ab dem 01.01.2010.