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Vorsicht beim Investieren in NFTs: So können NFT Fälschungen entstehen | Risiken beim NFT Trading

NFT trading und Eigentum - Fälschung verkauft
Eigene Darstellung – Screenshot von Open Sea

Risiken beim NFT-Investieren und Trading

Vorsicht beim Investieren in NFT’s: So können NFT Fälschungen entstehen

Man hört von ihnen überall. Etliche Nutzer investieren ihr Geld in NFTs, die mit der Zeit zunehmend den Kunstmarkt erobern. Doch was genau sind NFTs? Wie funktioniert das NFT-Trading? Welche Risiken bestehen und wie kann man das Eintreten dieser Risiken bestmöglich verhindern?

Was sind NFTs und wo kann man sie kaufen und verkaufen?

NFT ist ein Akronym für Non-Fungible Tokens. Bei diesen handelt es sich um einzigartige kryptografische Token auf einer Blockchain, welche sowohl in der digitalen, als auch in der psychischen Welt einen besonderen Vermögenswert darstellen. Unter NFTs können unter anderem Musik, Kunstwerke, Eintrittskarten, digitale Identitäten und Spielmarken fallen.

Anders als fungible Kryptowährungen, wie Bitcoins, sind NFTs aufgrund ihrer nachweislichen Einzigartigkeit nicht fungibel, können also nicht gegen einen anderen NFT ausgetauscht werden. 

Non-Fungible Tokens sind auf unterschiedlichen digitalen Marktplätzen vorzufinden, auf welchen Nutzer ihr Geld in diese investieren, sie verkaufen und auch prägen. Die bekanntesten Marktplätze für das NFT-Trading stellen OpenSea, Axie Infinity, Rarible und SuperRare dar.

Dadurch, dass der Wert und das Interesse an NFTs zunimmt, nimmt auch die Anzahl der Akteure zu, die unerfahrene Nutzer täuschen wollen, indem sie beispielsweise NFTs fälschen.

Wie sind NFTs rechtlich einzuordnen?

Rechtliche Streitigkeiten resultieren nicht nur aus Rechtsgeschäften über körperliche Gegenstände, sondern auch bei solchen über digitale Werke, weshalb es von großer Bedeutung ist, die Rechtsnatur der NFTs zu bestimmen und herauszufinden, welche Rechte man an diesen hat. 

Die Rechtsnatur greifbarer Kunstwerke ist mittlerweile klar geregelt. Diese können als bewegliche Sachen in Besitz genommen werden und sind Eigentums-fähig. Das Eigentum kann zudem gem. § 929 S. 1 BGB übertragen werden.

Fraglich ist, ob auch Token als digitale Einheiten Eigentums-fähig sind und wie eine Übertragung von NFTs rechtlich einzuordnen ist.

Das Eigentum kann nach aktueller Rechtslage lediglich an Sachen, also an körperlichen Gegenständen, begründet werden. Da es sich bei NFTs um digitale, dezentral abgespeicherte Einheiten handelt, die räumlich nicht abgrenzbar sind, kann jedoch nicht auf dessen Verkörperung abgestellt und an diesen somit kein Eigentum begründet werden. Eine Möglichkeit, NFTs entsprechend zu behandeln, wäre der Erlass einer vergleichbaren Regelung zu dem § 90a, welcher regelt, dass auf Tiere die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden sind. Allerdings gibt es bislang keine derartigen Bestrebungen. 

Es spricht jedoch einiges dafür, dass NFTs als sonstiges Recht im Sinne von § 823 Abs. 1 BGB einzuordnen sind. Dies setzt voraus, dass die Inhaber der Rechte in einer eigentumsähnlichen Position stehen. Über die Non-Fungible Tokens kann derjenige verfügen, der Inhaber privater Zugangsdaten ist, welche auf einem Wallet gespeichert sind, auf das nur der Inhaber des Wallets zugreifen kann. Wer also Zugriff auf das Wallet hat, kann als einziger über das NFT verfügen. Dies ähnelt einer tatsächlichen Verfügungsgewalt, wie sie dem berechtigten Besitz immanent ist. Folglich liegt die Einstufung der NFTs als sonstiges Recht im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB nahe.

Jedoch ist dies bis heute nicht von den Gerichten geklärt, was die Suche nach den richtigen Rechtsbehelfen bei gefälschten NFTs sowie bei weiteren durch das NFT-Trading verursachten Verletzungen erschwert.

Wie kann man die Legitimität eines NFT-Projekts erkennen?

Mit dem zunehmenden NFT-Trading steigt das Risiko, von anderen Nutzern durch Fälschungen getäuscht zu werden oder auf eine nicht legitime NFT-Sammlung zu stoßen und dadurch große Verluste zu erleiden. Bestimmte Faktoren, die bei der Analyse eines NFT-Projekts zu beachtet sind, können Ihnen bei der Feststellung legitimer NFT-Sammlungen helfen. 

Zunächst stellt die Markenwahrnehmung genauer gesagt die Marktbekanntheit des NFT einen solchen Faktor dar. Sollte eine NFT-Sammlung eine Geschichte des aktiven Handels sowie einen steigenden Wert der jeweiligen NFTs aufweisen, so können Sie mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass diese legitim ist.

Zudem ist auch der Gemeinschaftsgröße Beachtung zu schenken, da die renommiertesten NFT-Sammlungen in der Regel lebendige Gemeinschaften von Sammlern haben. Noch sicherer ist die Legitimität der Sammlung dann, wenn sie offiziell von einer großen Marke, einem Prominenten oder einem bekannten Künstler eingeführt oder genehmigt wurde.

Eine weitere Maßnahme, um den Kauf gefälschter NFTs von Betrügern zu vermeiden, ist das Zurückverfolgen der NFTs, in welche Sie Ihr Geld investieren. NFTs zeichnen sich nämlich durch ihre Rückverfolgbarkeit aus, durch welche sie unter anderem sehen können, wer der ursprüngliche Schöpfer war, wie viele Leute ihn gekauft und verkauft haben und wann er geprägt wurde. 

Darüber hinaus sollten Sie sicherstellen, dass der NFT-Marke die geistigen Rechte an dem, was sie verkauft, zustehen. Bei Verletzung dieser Rechte kann der Inhaber des geistigen Eigentums den Urheber verklagen. Dies hat zur Folge, dass der NFT-Wert sinkt.

Auch die zugrunde liegende Blockchain kann ein Indiz für die Legitimität der Sammlung darstellen. Betrachtet man das Blockchain-Netzwerk, auf dem das NFT-Projekt angeboten wird, so kann man sehen, wie sicher das NFT auf lange Sicht sein wird. Angesichts der hohen Erfolgsraten der etablierten Blockchains, wie zum Beispiel Ethereum, hinsichtlich der Stabilität und Kontinuität, kann man von einem langen Bestand der NFTs ausgehen und somit den Ketten vertrauen. NFTs, die auf einer Blockchain gespeichert sind, die nicht überlebt, werden wahrscheinlich wertlos. Vor dem NFT-Kauf sollten Sie also im besten Fall recherchieren, auf welcher Blockchain das NFT betrieben wird.

Letztlich ist ein Betrug dann zu erkennen, wenn ein NFT Ihnen kostenlos angeboten wird oder sie zur Teilnahme an einem Gewinnspiel aufgefordert werden. Hierdurch versuchen die Täter meistens, Ihre Krypto-Wallet-Logins zu erhalten. Dadurch könnten Sie Ihre vorhandenen NFTs und alle anderen digitalen Währungen oder Token stehlen.

Brauchen Sie Hilfe beim Thema NFTs und Trading?

Die rechtlichen Fragen hinter dem Investieren in NFTs und dem NFT-Trading sind sehr komplex und abhängig vom Einzelfall. Gerne unterstützen wir Sie hierbei mit unserer Expertise, Sie können sich auch, für eine Voranfrage, vertrauensvoll an uns wenden:

Kontaktieren Sie gerne unsere Kanzlei unter 04202 / 6 38 37 0 oder schreiben Sie uns per E-Mail: info@rechtsanwaltkaufmann.de 

Die enthaltenen Informationen in diesen Artikel dienen allgemeinen Informationszwecken und beziehen sich nicht auf die spezielle Situation einer Person. Sie stellen keine rechtliche Beratung dar. Im konkreten Einzelfall kann der vorliegende Inhalt keine individuelle Beratung durch fachkundige Personen ersetzen.

Fragen und Antworten zum Thema Investieren in NFTs

  1. Wo kann man NFTs kaufen und verkaufen?

    NFT ist eine Abkürzung für Non-Fungible Tokens. Sie stellen einzigartige kryptografische Token auf einer Blockchain dar, die in der digitalen und spirituellen Welt einen besonderen Wert haben. NFTs können unter anderem Kunstwerke, Musik, Tickets, Spielmarken oder digitale Identitäten umfassen.

    Im Gegensatz zu fungiblen Kryptowährungen, wie Bitcoins, sind NFTs aufgrund ihrer nachweislichen Einzigartigkeit nicht fungibel. Sie können also mit anderen Worten nicht gegen andere NFTs ausgetauscht werden. 

    Man kann NFTs auf unterschiedlichen digitalen Marktplätzen finden. Auf diesen wird in NFTs investiert. Sie werden dort von vielen Nutzern gekauft, verkauft und auch geprägt. Folgende Märkte gelten als die bekanntesten Marktplätze für das NFT-Trading: OpenSea, Axie Infinity, Rarible und SuperRare.
    Mit zunehmendem Wert und Interesse an den NFTs wächst auch die Zahl der Personen, die versuchen, unerfahrene Nutzer zu täuschen, indem sie beispielsweise gefälschte NFTs erstellen.

  2. Wie sind NFTs rechtlich einzuordnen?

    Die Rechtsnatur körperlicher Kunstwerke ist nun klar definiert. Sie können als bewegliche Sachen besessen werden und sind zudem Eigentums-fähig. Das Eigentum kann nach § 929 Satz 1 BGB übertragen werden. Ob Token als digitale Einheiten Eigentums-fähig sind und wie die Übertragung von NFTs rechtlich zu qualifizieren ist, wird noch kontrovers diskutiert.

    Eigentum kann nach derzeitiger Rechtslage nur an Sachen, also physischen Objekten, begründet werden. Da NFTs dezentral gespeicherte digitale Einheiten sind, die nicht räumlich begrenzt werden können, ist es nicht möglich, ihre Verkörperung anzunehmen. Daher kann man ihre Eigentümerschaft nicht feststellen. Eine Möglichkeit, NFTs entsprechend zu behandeln, wäre der Erlass von Vorschriften, die dem § 90a BGB entsprechen. Dieser besagt, dass die Regelungen, die für Sachen gelten, auch für Tiere gelten sollen. Bisher wurde jedoch kein derartiger Versuch unternommen.

    Es liegen jedoch Anhaltspunkte vor, die dafür sprechen, dass NFTs als sonstiges Recht im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB einzustufen sind. Dies setzt voraus, dass sich die Rechtsinhaber in einer ähnlichen Situation wie Eigentümer befinden. Jede Person, die persönliche Zugangsdaten hat, die in dem ausschließlich von ihr zugänglichen Wallet gespeichert sind, kann auf die NFTs zugreifen. Wer also Zugriff auf das Wallet hat, ist der einzige, der Zugriff auf die NFTs haben kann. Dies ähnelt der tatsächlichen Verfügung, die dem berechtigten Besitz innewohnt. Daher ist die Einordnung der NFT als sonstiges Recht im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB naheliegend. Bis heute wurde dies jedoch nicht gerichtlich geklärt, was es schwierig macht, geeignete Rechtsbehelfe für gefälschte NFTs und andere durch das NFT-Trading verursachte Verletzungen zu finden.

  3. Wie kann man die Legitimität eines NFT-Projekts erkennen?

    Da das NFT-Trading immer weiter zunimmt, steigt das Risiko, gefälschte NFTs von Betrügern zu erwerben oder auf eine nicht legitime NFT-Sammlung zu stoßen. Dies würde dann zu großen Verlusten führen. Beachtet man bei der Analyse eines NFT-Projekts bestimmte Faktoren, so verringert sich dieses Risiko. Dabei soll besonders auch folgende Faktoren geachtet werden: 

    Die Markenwahrnehmung respektive die Marktbekanntheit des NFT.
    Die Gemeinschaftsgröße.
    Das Zurückverfolgen der NFTs.
    Geistige Rechte.
    Die zugrunde liegende Blockchain.

    Kostenlose NFTs und Gewinnspiele:
    Sollte Ihnen ein NFT kostenlos angeboten werden oder sie zur Teilnahme an einem Gewinnspiel aufgefordert werden, sollten sie dessen Legitimität allenfalls in Frage stellen. Meistens versuchen die Täter dadurch, die Krypto-Wallet-Log-ins der Betroffenen zu erhalten, wodurch es ihnen möglich wird, die dort vorhandenen NFTs und alle anderen digitalen Währungen oder Token zu stehlen.

Quellen

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