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title: "Steuerhehlerei: Unterschied zu Steuerhinterziehung, Strafe und Beispiele"
description: "Steuerhehlerei nach § 374 AO: Was als Vortat zählt, welche Strafe droht und wo die Grenze zur bloßen Ordnungswidrigkeit verläuft."
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section: "Wirtschaftsstrafrecht"
datePublished: "2024-06-06"
dateModified: "2026-07-02"
author: "Jasco Guckeisen"
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reviewedBy: "Hermann Kaufmann"
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[Wirtschaftsstrafrecht](https://rechtsanwaltkaufmann.de/rechtsgebiete/wirtschaftsstrafrecht.md)

# Steuerhehlerei: Unterschied zu Steuerhinterziehung, Strafe und Beispiele

Wer unversteuerte Zigaretten, Alkohol oder Kraftstoff kauft und weiterverkauft, macht sich unter Umständen der Steuerhehlerei nach § 374 AO schuldig, auch ohne selbst Steuern hinterzogen zu haben. Wie die Vorschrift von der Steuerhinterziehung abgrenzt und welches Strafmaß droht.

Aktualisiert: 2\. Juli 2026 · 5 min Lesezeit · Fachlich geprüft von [Hermann Kaufmann](https://rechtsanwaltkaufmann.de/kanzlei/hermann-kaufmann.md)

Das Wichtigste in Kürze

Steuerhehlerei nach § 374 AO betrifft ausschließlich Waren, bei denen zuvor Verbrauchsteuern (etwa Tabak-, Alkohol- oder Energiesteuer) oder Einfuhr-/Ausfuhrabgaben hinterzogen wurden, nicht jede beliebige Steuerstraftat. Wer solche Waren zur Bereicherung kauft, verkauft oder sich verschafft, riskiert Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, bei gewerbsmäßigem oder bandenmäßigem Handeln sechs Monate bis zehn Jahre. Beim Kauf von bis zu 1.000 unversteuerten Zigaretten greift stattdessen die mildere Ordnungswidrigkeit nach § 37 Tabaksteuergesetz.

-   Steuerhehlerei nach § 374 AO erfasst nur Waren mit hinterzogenen Verbrauchsteuern oder Einfuhr-/Ausfuhrabgaben, nicht jede Steuerstraftat als Vortat
-   Strafmaß: bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe im Grundfall, sechs Monate bis zehn Jahre bei gewerbsmäßigem oder bandenmäßigem Handeln
-   Der Kauf von bis zu 1.000 unversteuerten Zigaretten ist nach § 37 TabStG nur eine Ordnungswidrigkeit, keine Straftat
-   Steuerhinterziehung (§ 370 AO) und Steuerhehlerei (§ 374 AO) sind zwei getrennte Delikte mit unterschiedlichem Tatobjekt, oft aber eng miteinander verzahnt
-   Auch der Versuch der Steuerhehlerei ist strafbar, ein tatsächlicher Erwerb muss nicht gelingen

![Frachtschiffe am Kai als Symbolbild für Schmuggel und Steuerhehlerei bei Verbrauchsteuerwaren](https://cms.rechtsanwaltkaufmann.de/api/media/file/Steuerhinterziehung-und-Steuerhehlerei-erklaert-Uebersicht-2025.webp)

Steuerhehlerei liegt vor, wenn jemand Waren ankauft, verkauft oder sich verschafft, bei denen zuvor Verbrauchsteuern oder Einfuhr-/Ausfuhrabgaben hinterzogen wurden, und dabei weiß, dass die Ware aus einer solchen Vortat stammt. Geregelt ist das Delikt in § 374 der Abgabenordnung (AO), das Strafmaß reicht bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe, bei gewerbsmäßigem oder bandenmäßigem Handeln bis zu zehn Jahre.

## Was genau ist Steuerhehlerei nach § 374 AO?

In vielen Darstellungen wird Steuerhehlerei so beschrieben, als würde sie jede beliebige Steuerstraftat als Vortat abdecken. Das ist ungenau. § 374 Abs. 1 AO erfasst nur Erzeugnisse oder Waren, bei denen Verbrauchsteuern oder Einfuhr- und Ausfuhrabgaben hinterzogen wurden, oder bei denen ein Bannbruch nach § 372 Abs. 2 AO oder Schmuggel nach § 373 AO begangen wurde. Verbrauchsteuern sind zum Beispiel die Tabaksteuer, die Alkoholsteuer, die Kaffeesteuer und die Energiesteuer, also Steuern, die auf konkrete körperliche Waren erhoben werden. Eine hinterzogene Einkommensteuer oder Umsatzsteuer aus einem Warenverkauf begründet dagegen für sich genommen keine Steuerhehlerei nach dieser Vorschrift, dafür kommen andere Tatbestände in Betracht.

Das Tatobjekt muss also immer eine körperliche Sache sein. Digitale Güter oder reine Vermögenswerte scheiden aus. In der Praxis stehen deshalb vor allem Zigaretten, Alkohol, Kaffee sowie Kraft- und Heizstoffe im Fokus der Zollfahndung, weil auf diese Waren hohe Verbrauchsteuern anfallen und der Schmuggel entsprechend lukrativ ist.

> **Kommentar vom Anwalt:**
>
> Mandanten sind oft überrascht, dass ein einzelner Einkauf beim vermeintlichen Schnäppchenverkäufer schon strafrechtlich relevant sein kann. Entscheidend ist immer, ob der Käufer wusste oder billigend in Kauf nahm, dass die Ware aus einer Verbrauchsteuerhinterziehung stammt. Reine Naivität reicht für einen Vorsatz nicht aus, ein bewusstes Wegschauen bei offensichtlich zu günstigen Preisen dagegen schon.
>
> — Hermann Kaufmann, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

## Worin unterscheidet sich Steuerhehlerei von Steuerhinterziehung?

Steuerhinterziehung nach § 370 AO ist der eigentliche Akt, dem Staat geschuldete Steuern nicht zu zahlen: Wer den Finanzbehörden unrichtige oder unvollständige Angaben macht oder sie pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen im Unklaren lässt und dadurch Steuern verkürzt, macht sich strafbar. Steuerhehlerei setzt dagegen voraus, dass diese Vortat bereits begangen wurde, und bestraft denjenigen, der anschließend mit der betroffenen Ware handelt.

Wer selbst an der Vortat beteiligt war, kann grundsätzlich nicht zusätzlich wegen Steuerhehlerei belangt werden, es sei denn, er hat die Vortat lediglich angestiftet und profitiert danach eigenständig vom Weiterverkauf der Ware. Wer also einen Dritten zur Steuerhinterziehung anstiftet und anschließend selbst mit der unversteuerten Ware handelt, kann sowohl als Anstifter zur Steuerhinterziehung als auch als Täter der Steuerhehlerei belangt werden.

Beide Delikte sehen im Grundtatbestand dasselbe Höchstmaß vor, bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Bei Steuerhehlerei verschärft sich das Strafmaß auf sechs Monate bis zehn Jahre, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Bandenmitglied handelt. Bei Steuerhinterziehung gilt eine vergleichbare Verschärfung in besonders schweren Fällen, etwa bei Steuerverkürzung in großem Ausmaß.

## Reicht bloßer Besitz für eine Strafbarkeit?

Nein. Der Täter muss die Ware für sich selbst oder einen Dritten beschaffen und dabei erstmalig die vollständige Verfügungsgewalt darüber erlangen. Eine nur vorübergehende Aufbewahrung erfüllt den Tatbestand nicht, selbst wenn sie unrechtmäßig ist. Bereits der Versuch ist jedoch strafbar, sodass zum Beispiel eine gescheiterte Bestellung unversteuerter Zigaretten den Tatbestand erfüllen kann, obwohl der Käufer die Ware nie erhält.

## Ab welcher Zigarettenmenge wird der Kauf zur Straftat?

Hier greift eine wichtige Sonderregelung. Nach § 37 Tabaksteuergesetz (TabStG) ist der vorsätzliche oder fahrlässige Erwerb unversteuerter Zigaretten bis zu einer Menge von 1.000 Stück lediglich eine Ordnungswidrigkeit, keine Straftat. Für diese Fälle sind die §§ 369 bis 374 AO ausdrücklich ausgeschlossen. Es drohen eine Geldbuße und die Einziehung der Zigaretten, aber kein Strafverfahren.

Wer mehr als 1.000 unversteuerte Zigaretten erwirbt oder die Ware nicht zum eigenen Konsum, sondern zum Weiterverkauf kauft, bewegt sich dagegen im Bereich der Straftat nach § 374 AO. Diese mengenmäßige Grenze soll die Gerichte vor einer Flut von Bagatellverfahren wegen einzelner Stangen Zigaretten schützen und die Strafverfolgung auf die eigentlichen Händler und Schmuggelnetzwerke konzentrieren.

> **Kommentar vom Anwalt:**
>
> In der Beratung sehe ich häufig Mandanten, die den Kauf einzelner Stangen unversteuerter Zigaretten als Kavaliersdelikt einordnen. Solange die Menge unter 1.000 Stück bleibt und die Zigaretten für den Eigenbedarf gedacht sind, ist das rechtlich zutreffend, es bleibt bei einer Ordnungswidrigkeit. Sobald aber ein Weiterverkauf im Raum steht, etwa an Kollegen oder Nachbarn, kippt die Bewertung schnell in Richtung Straftat.
>
> — Hermann Kaufmann, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

## Welches Strafmaß droht bei Steuerhehlerei konkret?

Das Gesetz unterscheidet zwei Ebenen:

| Fallgruppe | Strafrahmen |
| --- | --- |
| Grundtatbestand, § 374 Abs. 1 AO | Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe |
| Gewerbsmäßiges oder bandenmäßiges Handeln, § 374 Abs. 2 AO | Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe |

Die tatsächliche Strafe im Einzelfall hängt von der Schadenshöhe, der Menge der gehandelten Ware, einer möglichen Tatwiederholung und dem persönlichen Vorleben des Täters ab. Bei geringfügigen Fällen und einer niedrigen Schadenssumme bleibt es häufig bei einer Geldstrafe, teils verbunden mit einer Freiheitsstrafe zur Bewährung. Bei größeren Mengen und einem hohen Steuerschaden, etwa im gewerblichen Handel mit unversteuertem Alkohol oder Kraftstoff, sind auch Freiheitsstrafen ohne Bewährung möglich.

## Was sollten Sie tun, wenn Ihnen Steuerhehlerei vorgeworfen wird?

Ermittlungen zu Steuerhehlerei laufen häufig über den Zoll oder die Steuerfahndung an, oft im Zusammenhang mit größer angelegten Verfahren gegen Schmuggelnetzwerke. Wie ein solches steuerstrafrechtliches Ermittlungsverfahren grundsätzlich abläuft und wann ein [Anwalt für Steuerstrafrecht](https://rechtsanwaltkaufmann.de/wirtschaftsstrafrecht/anwalt-steuerstrafrecht.md) eingeschaltet werden sollte, erklärt der vertiefende Ratgeber dazu. Wer eine Vorladung, einen Durchsuchungsbeschluss oder ein Schreiben der Steuerfahndung erhält, sollte vor jeder Aussage anwaltlichen Rat einholen. Insbesondere die Frage, ob tatsächlich Vorsatz vorlag oder ob die Ware für den bloßen Eigenbedarf unterhalb der 1.000-Stück-Grenze bestimmt war, entscheidet häufig über Straftat oder Ordnungswidrigkeit.

Verwandte Fragen behandeln [Bundesamt für Finanzkriminalität](https://rechtsanwaltkaufmann.de/wirtschaftsstrafrecht/bundesamt-finanzkriminalitaet-bbf.md) und [EncroChat-Daten im Strafverfahren: Sind sie 2026 noch verwertbar?](https://rechtsanwaltkaufmann.de/wirtschaftsstrafrecht/encrochat-daten-verwertbarkeit.md). Weitere Artikel rund um Steuerstrafrecht finden Sie gesammelt auf der Themenseite [Steuerstrafrecht](https://rechtsanwaltkaufmann.de/themen/steuerstrafrecht.md). Rechtsstand: Juli 2026.

## Fragen & Antworten

### Was ist der Hauptunterschied zwischen Steuerhehlerei und Steuerhinterziehung?

Steuerhinterziehung (§ 370 AO) ist die eigentliche Handlung, Steuern durch falsche oder unterlassene Angaben zu verkürzen. Steuerhehlerei (§ 374 AO) setzt eine solche Vortat bereits voraus und bestraft denjenigen, der anschließend mit der betroffenen, verbrauchsteuerpflichtigen Ware handelt, sie also ankauft, verkauft oder sich verschafft.

### Gilt Steuerhehlerei für jede Art von Steuerstraftat als Vortat?

Nein. § 374 AO erfasst ausschließlich Waren, bei denen Verbrauchsteuern (etwa Tabak-, Alkohol- oder Energiesteuer) oder Einfuhr-/Ausfuhrabgaben hinterzogen wurden, oder bei denen Bannbruch oder Schmuggel vorliegt. Eine hinterzogene Einkommen- oder Umsatzsteuer allein begründet keine Steuerhehlerei nach dieser Vorschrift.

### Welche Strafen können bei Steuerhehlerei verhängt werden?

Im Grundfall droht Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, verschärft sich der Strafrahmen auf sechs Monate bis zehn Jahre Freiheitsstrafe.

### Ist der Kauf einzelner Stangen unversteuerter Zigaretten strafbar?

Bis zu einer Menge von 1.000 Zigaretten ist der Erwerb nach § 37 Tabaksteuergesetz nur eine Ordnungswidrigkeit, keine Straftat. Es drohen eine Geldbuße und die Einziehung der Ware. Oberhalb dieser Menge oder bei Erwerb zum Weiterverkauf greift dagegen der Straftatbestand des § 374 AO.

### Welche Waren sind in der Praxis am häufigsten von Steuerhehlerei betroffen?

Am häufigsten betroffen sind Zigaretten, Alkohol, Kaffee sowie Kraft- und Heizstoffe, da auf diese Waren hohe Verbrauchsteuern anfallen und sich der Schmuggel entsprechend lohnt.

Quellen

1.  [§ 374 AO, Steuerhehlerei (gesetze-im-internet.de)](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__374.html)
2.  [§ 370 AO, Steuerhinterziehung (gesetze-im-internet.de)](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__370.html)
3.  [§ 372 AO, Bannbruch (gesetze-im-internet.de)](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__372.html)
4.  [§ 373 AO, Gewerbsmäßiger, gewaltsamer und bandenmäßiger Schmuggel (gesetze-im-internet.de)](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__373.html)
5.  [§ 37 TabStG, Schwarzhandel mit Zigaretten (gesetze-im-internet.de)](https://www.gesetze-im-internet.de/tabstg_2009/__37.html)

**Hinweis:** Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen rechtlichen Information und stellt keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Für die Beurteilung Ihrer konkreten Situation wenden Sie sich bitte direkt an Rechtsanwalt Hermann Kaufmann. Eine rechtliche Prüfung Ihres Falls erfolgt erst im Rahmen eines Mandats. Die Inhalte sind teilweise KI-modifiziert und werden redaktionell geprüft.

Über den Autor · Jasco Guckeisen · Jurist (Erstes Staatsexamen)

Jurist mit erstem juristischen Staatsexamen (Studium an der Universität Bremen). Er schreibt für die Kanzlei vor allem zum Bank- und Kapitalmarktrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Insolvenzrecht.

[Zum Profil →](https://rechtsanwaltkaufmann.de/kanzlei/jasco-guckeisen.md)

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